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  • Drei Kaiserberge -STUIFEN -HOHENSTAUFEN -HOHENRECHBERG

    73550 Waldstetten

  • Natur / Park / Erholung
    Das 2011 errichtete Kreuz auf dem Stuifen bei Waldstetten-Wißgoldingen
    Das 2011 er­rich­te­te Kreuz auf dem Stui­fen bei Wald­stet­ten-Wiß­gol­din­gen
     
    Der Stui­fen, der mit sei­ner be­wal­de­ten Grö­ße und Form in be­son­de­rer Wei­se die um­lie­gen­de Land­schaft ge­stal­tet, ist mit 757 Me­tern der höchs­te der Drei­kai­ser­ber­ge. Sie zäh­len zu den be­kann­tes­ten Zeu­gen­ber­gen der Schwä­bi­schen Alb. Sie stei­gen aus dem öst­li­chen Alb­vor­land zwi­schen Fils und Rems em­por und kün­den vom Wer­den und Wan­del un­se­rer Land­schaft. Als der Alb­trauf noch wei­ter im Nor­den lag, wa­ren sie Teil der da­ma­li­gen Alb­hoch­flä­che. Durch die Tä­tig­keit von Rems und Fils und ih­ren Ne­ben­flüs­sen wur­den sie aus der Hoch­flä­che der Schwä­bi­schen Alb her­ausprä­pa­riert, da sie ei­ne Kap­pe von har­tem Wei­ß­ju­ra­ge­stein tra­gen. Das an­ste­hen­de Ge­län­de ver­dankt sei­ne Ent­ste­hung dem Meer­was­ser, auf des­sen Grund es einst als See­schlamm ab­ge­la­gert wur­de. Zeu­gen
    sind Ver­stei­ne­run­gen, wie z.B. Schwäm­me, Mu­scheln, See­igel und Am­mo­ni­ten. Der So­ckel der Kai­ser­ber­ge mit Aas­rü­cken und Reh­ge­bir­ge be­steht aus Braun­ju­ra. Die Wei­ß­ju­ra­schich­ten sind im Jur­ameer vor et­wa 150 Mil­lio­nen Jah­ren ent­stan­den. Der Stui­fen und auch die an­de­ren Kai­ser­ber­ge wa­ren in der Mit­te des vor­letz­ten Jahr­hun­derts oh­ne Be­wal­dung und wur­den als Schaf- und Zie­gen­wei­de
    ge­nutzt. Der spär­li­che Be­wuchs der Ber­ge führ­te öf­ters zu schlim­men Hoch­was­sern. Am 21. Au­gust 1841 hat ei­ne sol­che Über­schwem­mung Wald­stet­ten voll­stän­dig über­flu­tet. Als im zwei­ten Teil des 19. Jahr­hun­derts die Be­deu­tung der Schaf­hal­tung zu­rück­ging, wur­de die Auf­fors­tung u.a. des Stui­fens durch ei­ne Wei­sung des Kö­nigs von Würt­tem­berg ein­ge­lei­tet. Er bauf­trag­te 1843 den Ober­förs­ter Carl Schil­ler vom Forst­amt Lorch, ei­nem Sohn des Dicht­er­fürs­ten Fried­rich Schil­ler, ei­ne Kon­zep­ti­on für die Auf­fors­tung zu fer­ti­gen. Die­se wur­de dann aber erst 40 Jah­re spä­ter be­gon­nen. Der da­ma­li­ge Schult­heiß und Wun­darzt von Wiß­gol­din­gen, Herr Karl Ho­fe­le, hat sich da­mals u.a. durch sein un­er­müd­li­ches Drän­gen für den hei­mat­li­chen Stui­fen gro­ße Ver­diens­te er­wor­ben. Der Ho­hen­stau­fen und der Ho­hen­rech­berg tra­gen his­to­ri­sche Bau­wer­ke. Nur der drit­te der Drei­kai­ser­ber­ge, der Stui­fen, trug bis 2011 noch kein Wahr­zei­chen un­se­rer abend­län­di­schen Kul­tur. Durch die Er­rich­tung ei­nes weit­hin sicht­ba­ren 12 Me­ter ho­hen Land­schafts­kreu­zes durch die Ge­mein­de Wald­stet­ten ist nun der Stui­fen in die his­to­ri­sche, christ­li­che und hei­mat­ge­schicht­li­che Be­deu­tung der an­de­ren bei­den Ber­ge ein­be­zo­gen wor­den.
     
    Der Rechberg (links) und der Stuifen (rechts) vom Hohenstaufen aus gesehen
    Der Rech­berg (links) und der Stui­fen (rechts) vom Ho­hen­stau­fen aus ge­se­hen
     
    Der Ho­hen­stau­fen mit sei­nem cha­rak­te­ris­ti­schen Berg­ke­gel und ei­ner Hö­he von 684 Me­tern ist das Wahr­zei­chen des Stau­f­er­lan­des. Der Na­me des Ber­ges Ho­hen­stau­fen geht ver­mut­lich auf den mit­tel­al­ter­li­chen „Stauf“ zu­rück, die Be­zeich­nung für ei­nen glo­cken­för­mi­gen Be­cher. Um das Jahr 1070 ließ der spä­te­re Stauf­er­her­zog Fried­rich I. von Schwa­ben hier in her­aus­ra­gen­der stra­te­gi­scher La­ge die Burg Ho­hen­stau­fen er­rich­ten, in der sich 1181 nach­weis­lich auch Fried­rich Bar­ba­ros­sa, deut­scher Kö­nig und rö­mi­scher Kai­ser, auf­hielt. Die Vor­fah­ren der Stau­fer hat­ten um die Jahr­tau­send­wen­de ho­he Reichs­äm­ter, so als Gra­fen und auch als Pfalz­gra­fen, im Nörd­lin­ger Ries und der Do­nau­nie­de­rung in­ne. Die vä­ter­li­che Li­nie Kai­ser Rot­barts führ­te über fünf Ge­ne­ra­tio­nen den Na­men Fried­rich, mit dem Bau der Stamm­burg auf dem Berg Stau­fen wur­den aus „Fried­ri­chen“ die „Stau­fer“. Im Jahr 1208 starb hier Kö­ni­gin Ire­ne, die Wit­we Phil­ipps, des Kö­nigs und Her­zogs von Schwa­ben, vom be­kann­ten
    Min­nes­än­ger Walt­her von der Vo­gel­wei­de einst als „Ro­se oh­ne Dorn“ be­sun­gen. Auf dem Ho­hen­stau­fen ist die Rui­ne der Stamm­burg des mit­tel­al­ter­li­chen Ge­schlechts der Stau­fer noch er­hal­ten, aus dem in den Jah­ren 1079 bis 1268 welt­be­kann­te Her­zö­ge, Kö­ni­ge und Kai­ser her­vor­gin­gen. Bis ins spä­te Mit­tel­al­ter war die Burg ein wich­ti­ger Dreh- und An­gel­punkt im macht­po­li­ti­schen Ge­sche­hen des Deut­schen Rei­ches. Im Bau­ern­krieg ist sie 1525 von auf­stän­di­schen Bau­ern er­stürmt und zer­stört wor­den. Die Stein­qua­der der Burg wur­den dann im 16. Jahr­hun­dert durch den Her­zog von Würt­tem­berg un­ter an­de­rem für den Neu­bau des Re­nais­sance-Schlos­ses in Göp­pin­gen ver­wen­det. Kaum ein an­de­rer Berg der Schwä­bi­schen Alb übt aber ei­ne sol­che Fas­zi­na­ti­on auf die Men­schen aus. Er steht noch im­mer für den My­thos, der mit ei­nem der be­deu­tends­ten Kai­ser­ge­schlech­ter der deut­schen und eu­ro­päi­schen Ge­schich­te, der Stau­fer, ver­bun­den ist. Der Do­ku­men­ta­ti­ons­raum fürS tau­fi­sche Ge­schich­te am Fu­ße des Ber­ges gibt Aus­kunft über Her­kunft und Ge­schich­te der mäch­ti­gen Dy­nas­tie der Stau­fer. Ne­ben­an steht die im 15. Jahr­hun­dert er­bau­te Bar­ba­rossa­kir­che. Am 1. Ju­ni 2002 wur­de auf dem Gip­fel, wie auch an an­de­ren his­to­ri­schen Stät­ten, ei­ne acht­sei­ti­ge Stau­fer-Ste­le er­rich­tet mit der In­schrift: „Ho­hen­stau­fen - ein Berg, ei­ne Burg, ei­ne Dy­nas­tie, ein Zeit­al­ter, ein My­thos!“
     
    Waldstetten_Ruine_Hohenrechberg_Blick_zum_Stuifen
    Rui­ne Ho­hen­rech­berg Blick_zum_Stui­fen
     
    Der Rech­berg be­steht aus zwei un­glei­chen Berg­kup­pen, dem 643 Me­ter ho­hen Schloss­berg mit der Burg­rui­ne Rech­berg, und dem 707 Me­ter ho­hen Kirch­berg, dem Ho­hen­rech­berg mit sei­nem Hei­lig­tum, der Wall­fahrts­kir­che. Seit En­de des 11. Jahr­hun­derts ist der Ho­hen­rech­berg ein Gna­den­ort. Da­mals brach­te an­geb­lich ein Ein­sied­ler ein schö­nes, aus Lin­den­holz ge­schnitz­tes Bild­nis der Jung­frau Ma­ria mit. Er er­bau­te für sie ei­ne höl­zer­ne Ka­pel­le und für sich ei­ne schlich­te Klau­se. Von nah und fern ka­men schon da­mals hilfs­be­dürf­ti­ge Men­schen. Das Gna­den­bild, das in bes­tem Zu­stand er­hal­ten ist, wird bis auf den heu­ti­gen Tag die „Schö­ne Ma­ria“ ge­nannt. Um das Jahr 1488 ließ Graf Ul­rich von Rech­berg ei­ne stei­ner­ne Kir­che er­bau­en. 1686 be­gann Graf Bern­hard Be­ro von Rech­berg dann mit dem Bau der heu­ti­gen Ba­rock­kir­che. Bis heu­te hat die­ser Wall­fahrts­ort ei­ne gro­ße, über­re­gio­na­le Be­deu­tung und An­zie­hungs­kraft, vor al­lem wäh­rend der jähr­lich statt­fin­den­den Wall­fahrts­wo­che. Die Burg Rech­berg, mit ih­rem Bu­ckel­qua­der­mau­er­werk, wur­de in stau­fi­scher Zeit um 1200 er­baut. Es ist die Stamm­burg der stau­fi­schen Dienst­man­nen und Mi­nis­te­ria­len, der spä­te­ren Gra­fen von Rech­berg. 1179 be­ginnt de­ren be­leg­te Ge­schich­te in die­ser Ge­gend mit Ul­rich von Rech­berg, der 1189 als Kas­tel­lan der Burg Ho­hen­stau­fen und 1194 als Mar­schall des Her­zog­tums Schwa­ben zeich­ne­te. Die Rech­ber­ger be­klei­de­ten als Feld­haupt­leu­te, Ge­ne­rä­le, Di­plo­ma­ten, Be­am­te und kirch­li­che Wür­den­trä­ger durch vie­le Jahr­hun­der­te ho­he Äm­ter im Deut­schen Reich. Die Burg über­stand die Wir­ren der Bau­ern­krie­ge (1524-1525) un­be­schä­digt. Am 6. Ja­nu­ar 1865 wur­de die Burg durch ei­nen Blitz­schlag ei­nes Win­ter­ge­wit­ters in ih­rem Kern nie­der­ge­brannt, dies war der Be­ginn des Zer­falls. 1986 trenn­te sich das Gräf­li­che Haus vom Be­sitz der Rui­ne Rech­berg und ver­kauf­te sie an ei­nen Un­ter­neh­mer. Seit­dem wird die Rui­ne mit er­heb­li­chen fi­nan­zi­el­len Mit­teln re­stau­riert. Die mäch­ti­gen Mau­ern der Rui­ne ver­set­zen den Be­su­cher in die Ge­schich­te zu­rück, als hier das Stamm­land des Stau­fi­schen Kai­ser­hau­ses war. Der Na­me der Burg Rech­berg, mit der Tier­be­zeich­nung Reh, mit­tel­deutsch rech, ist nicht bo­den­stän­dig und geht auf ei­nen Flur­na­men zu­rück, den die Er­bau­er der Burg aus Rech­ber­greu­ten, heu­te Kreis Günz­burg, mit­brach­ten. Der Ber­g­na­me Rech­berg und das Reh­ge­bir­ge lei­ten sich vom Bur­g­na­men Rech­berg ab.
  • Art:

    Erholung, Natur

    Quellen / Urheber:

    http://www.waldstetten.de
    Bild 1: wikipedia: Vexillum
    Bild 2: wikipedia: Rosenzweig